Browse By

Giftgas und die Folgen

Der russische Ex-Agent Sergei Skripal hat das Krankenhaus verlassen, berichtet die BBC. Auf den 66-Jährigen sowie seine Tochter war Anfang März im britischen Salisbury ein Gift-Anschlag verübt worden. Die Behandlung sei eine „nie dagewesene Herausforderung“ gewesen, so das Krankenhaus gegenüber der BBC. Skripal könne seine Genesung jetzt außerhalb der Klinik fortsetzen.

Und nun? Bei dem eingesetzten Gift handelt es sich wohl um das Nervengift Nowitschok. Aber wer den Anschlag verübt hat, ist nach wie vor unklar. Großbritannien beschuldigt die russische Regierung, die aber alles abstreitet. Jetzt ist es zunächst Sache der britischen Polizei, die Ermittlungen zu führen, sagt der frühere Linken-Bundestagsabgeordnete Jan van Aken im Interview mit Telepolis. Die Wahrheit könne am Ende aber nur ein Gericht feststellen. Und ob es zu einem ordentlichen Verfahren kommt, wird sich zeigen.

Werbung

Anders ist das in Syrien. Dort herrscht Bürgerkrieg, möglicherweise wurde dort vor kurzem einmal mehr Giftgas eingesetzt. Genau weiß man das bislang nicht. Was wirklich geschah, untersucht gerade die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW). Ihr Bericht wird im Juni erwartet. Mehr kann die Organisation gegenwärtig nicht tun – ihr fehlt schlicht das Mandat dafür. „Es braucht wieder ein Mandat, den Täter herauszufinden“, fordert Jan van Aken deshalb. Das Auswärtige Amt müsse nun tätig werden und Russland und die USA dazu bewegen, der OPCW wieder entsprechende Befugnisse zu geben.

Jan van Aken kennt sich übrigens in der Materie aus: Er war selbst mal Biowaffeninspektor bei den Vereinten Nationen. Außerdem engagierte er sich mit seiner Organisation Sunshine Project gegen B-Waffen. Eine Bilanz zog er 2008 im Interview mit Telepolis: „Generell haben wir das Bewusstsein dafür geschärft, was erlaubt ist und was nicht. Auch in Deutschland, bei der Bundeswehr.“

Werbung

Weiterlesen:

Flattr this!