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Nordkorea nach den Spielen

Die Skiläufer und Bobfahrer aus aller Welt sind längst wieder abgereist. Aber was bedeuten die Olympischen Winterspiele, die gerade im südkoreanischen Pyeongchang stattgefunden haben, für den Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm? Nun, erstens funktioniert die Olympische Idee, erstaunlich genug, auch zweieinhalbtausend Jahre nach ihrer Erfindung immer noch: Die Zeichen standen auf Entspannung, es kam zu Begegnungen zwischen Spitzenpolitikern aus Nord- und Südkorea. Und die Waffen ruhten – wie seinerzeit im alten Griechenland.

Aber hält das auch langfristig? Herbert Wulf ist da skeptisch. Der frühere Direktor des Bonn International Center for Conversion (BICC) sagte im Interview mit Telepolis, nun könne man zwar einen neuen Anfang machen, um Nordkorea zum Verzicht auf sein Atomprogramm zu bewegen. Damit daraus langfristig etwas wird, müsse man Nordkorea aber eine verbindliche Garantie geben: Dass es keinen von außen forcierten Regimewechsel geben wird, wenn das Regime keine Atomwaffen mehr hat.

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Aber selbst unter diesen Voraussetzungen ist Herbert Wulf ziemlich skeptisch. Früher habe es durchaus die Chance gegeben, Nordkorea davon abzubringen, Atomwaffen zu bauen, meint er. Inzwischen könnte der Zug aber abgefahren sein, fürchtet Wulf, der in den 2000er Jahren selbst mehrmals in Nordkorea war. Das Land sei extrem isoliert, selbst im Außenministerium habe man wenig Ahnung, wie die Welt funktioniert, erzählt er.

Trotzdem gebe es im Umgang mit Nordkorea keine besseren Weg als Kooperation und Diplomatie, findet Herbert Wulf. Warum? Weil alles andere die Kriegsgefahr vergrößert und nicht funktioniert. Warum Donald Trump den falschen Weg einschlägt und Südkoreas Präsident Moon Jae-in als tragische Figur enden könnte, analysiert er im Interview hier bei Telepolis.

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