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Türkei verhindert Gas-Bohrung vor Zypern

Abgedreht – ein Schiff vor Zypern (Foto: George M. GroutasCC BY 2.0)

Vor Zypern hält die Türkei Militärübungen ab. Nicht ganz zufällig: Eine geplante Gas-Bohrung muss deswegen abgesagt werden. Nach wochenlangem Warten hat das italienische Unternehmen Eni sein Bohrschiff, die Saipem 12000, abgezogen. Das Schiff sollte eigentlich auf einem Gasfeld der Republik Zypern im östlichen Mittelmeer Bohrungen vornehmen. Doch als das Schiff dort eintraf, musste es feststellen, dass die Türkei in der fraglichen Gegend plötzlich Militärübungen angemeldet hatte.

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Umstrittene Rohstoffe

Das war kein Zufall. Denn die Türkei und das von ihr abhängige Nordzypern bestreiten, dass Zypern die fraglichen Gasvorkommen unter dem Mittelmeer ausbeuten darf. Türkische Zyprer hatten deswegen auch angekündigt, das zusammen mit Ankara notfalls zu verhindern. Nachdem dann auch noch bekannt wurde, dass die Türkei die Militärübung bis in den März verlängert hat, zog Eni das Schiff schließlich wieder ab. Es wird demnächst wie vorgesehen in Marokko erwartet.

Die Türkei hat sich damit vorerst durchgesetzt. Allerdings hat das seinen Preis: Es beschädigt die Beziehungen zur EU, deren Mitglied Zypern ist. Der EU-Gipfel am 23. Februar hat sich mit Zypern solidarisiert und das türkische Vorgehen als illegal verurteilt. Und auch andere Mittelmeeranrainer wie Ägypten und Griechenland sind alarmiert, denn sie haben sich mit Zypern auf die Aufteilung und Vermarktung der Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer geeinigt und fürchten außerdem die Macht der Türkei.

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Außerdem hat Zypern die Gespräche über eine Wiedervereinigung der gespaltenen insel vorerst ausgesetzt. So sagte Präsident Nikos Anastasiades:

„Unfortunately Turkey, and our Turkish Cypriot compatriots, appear to be not only unwilling (to re-engage in talks), but with additional violations of international law and unacceptable demands render the resumption of talks impossible, at least at the present time.”

Die ganze Geschichte (mit Redaktionsschluss 23.02.2018, 21 Uhr) hier bei Telepolis.

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