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Blauhelme im Visier

2015: Totengedenken der UNO in Goma (Kongo) (Foto: MONUSCO PhotosCC BY 2.0)

Trauriger Rekord bei den Vereinten Nationen: Noch nie sind so viele Blauhelme im Einsatz getötet worden. Erst Ende 2017 wurden im Kongo 15 Blauhelme aus Tansania bei einem Angriff einen UN-Stützpunkt getötet. Ende Januar dann eine neue Attacke, der ein Blauhelm-Soldat aus Pakistan zu Opfer fiel. Die Vereinten Nationen überlegen jetzt, welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind.

Das Problem ist aber: Es ist alles andere als Zufall, dass gerade jetzt so viele UN-Soldaten, die den Frieden bringen sollen, zwischen die Fronten geraten. Denn die Soldaten mit den blauen Helmen werden längst nicht mehr nur als neutrale Dritte eingesetzt, sondern um, wie das Militärjargon, in „robusten“ Einsätzen Frieden zu schaffen.

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Das ist nicht ohne Risiko und seit Jahren bekannt. Wie schrieb Claus Kreß, Völkerrechtler an der Universität Köln, schon 2013:

„Vielmehr trüben in nicht wenigen Einsätzen ganz erhebliche Verluste unter den VN-Friedenstruppen selbst das Bild.“

Und jetzt? Es gibt einen Aktionsplan und einen Report mit Empfehlungen von Carlos Alberto dos Santos Cruz, einen ehemaligen Generalleutnant aus Brasilien. Der strotz nur so von markigen Worten:

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„Unglücklicherweise verstehen feindliche Kräfte keine andere Sprache als die der Gewalt“

heißt es dort zum Beispiel. Oder:

„Wir müssen die Art und Weise ändern, wie wir arbeiten. Schwäche tötet unsere Leute.“

Seine Empfehlungen: bessere Ausbildung, bessere Bewaffnung. Also weiter so wie bisher, aber am besten militärisch überlegen. Offiziell zu eigen gemacht hat sich UN-Generalsekretär António Guterres den Bericht mit seinen Schlussfolgerungen noch nicht. Er weiß, wie brisant die Vorschläge sind. Was auch immer im UN-Hauptquartier am New Yorker East River entschieden wird: Ausbaden müssen es die ärmeren UN-Mitglieder, denn sie stellen die meisten Blauhelme.

Mehr dazu bei Telepolis.

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