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Das Schweigen der NATO

Zusammenarbeit läuft – Rose Gottemoeller im Atatürk-Mausoleum (Foto: NATO)

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist besorgt, US-Präsident Donald Trump kündigt ein Telefonat mit dem türkischen Präsidenten Erdogan an. Aber hinter den Kulissen, auf der Arbeitsebene von Ministern und Militärs, geht alles weiter wie bisher: Erdogans Militärschlag gegen die Kurden in Nordsyrien ist nicht nur von Putin gedeckt, auch in der NATO herrscht das große Schweigen, obwohl doch offensichtlich ist, dass hier die Kurden mal wieder als „Kleingeld im Tauschhandel der Großmächte“, so die FAZ, höheren Interessen geopfert wurden. Eben noch waren kurdische Milizen gut im Kampf gegen den Islamischen Staat, jetzt werden sie fallen gelassen wie heiße Kartoffeln.

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Bezeichnend ist, was die stellvertretende NATO-Generalsekretärin Rose Gottemoeller jetzt bei einem Besuch in Istanbul zur türkischen Militäroffensive gegen die Kurden sagte: nichts. Bei einer Rede vor der National Defence University lobte sie stattdessen den türkischen Beitrag zur NATO und die gute, langjährige Zusammenarbeit. „Ich möchte sagen, dass die NATO eine große Familie ist“, erklärte sie und dankte der Türkei für ihren Beitrag etwa in Afghanistan und im Irak.

Kein Wort zu dem Krieg in Afrin oder den Kurden. Stattdessen sagte sie, dass sich die Türkei in einer „schwierigen strategischen Lage“ befinde: „Die NATO weiß, dass Sie in ihrer Nachbarschaft einer ganzen Anzahl von sicherheitspolitischen Herausforderungen gegenüberstehen“, so Rose Gottemoeller. Und weiter:

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„Ihr Land hat eine Serie von brutalen Terroranschlägen erlitten und ich möchte, dass Sie wissen, dass die NATO in Solidarität steht mit der Türkei in ihrem Kampf gegen den Terrorismus.“

Das war alles. Nun verkauft die türkische Regierung den Kriegseinsatz im Nordirak allerdings als Kampf gegen den Terrorismus. Ankara kann sich deshalb durch Gottemoellers Besuch bestätigt sehen.

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