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Nord Stream 2 unter Druck

Wird die Pipeline je fertig? Noch ist nichts sicher (Symbolbild: Brian CantoniCC BY 2.0)

Die neue Pipeline Nord Stream 2 soll 2018 gebaut werden. Rohre und Pläne liegen vor (mehr bei Telepolis), aber politisch steht die Pipeline weiter in der Kritik. Wird sie gebaut, kann Russland mehr Erdgas direkt nach Deutschland liefern. Und damit alle Transitländer in Osteuropa umgehen, die bislang Gebühren kassieren.

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Vor allem osteuropäische Länder und die US-Regierung machen deshalb Stimmung gegen das von Gerhard Schröder eingefädelte Projekt: zu Putin-freundlich, Europa werde abhängig von Russland, lautet die Kritik: „Nord Stream ist nur das eklatanteste Beispiel für eine deutsche Außenpolitik, die ihre eigenen mittel- und osteuropäischen EU- und Nato-Partner im Stich lässt zugunsten Russlands“, behauptet der amerikanische Journalist James Krichick in einem Gastbeitrag in der FAZ (im englischen Original in Politico).

Massiver US-Druck

Was solche Kritiker freilich außer acht lassen: Das Erdgas kommt auch aus Russland, wenn es durch die Ukraine transportiert wird. Der einzige Unterschied: Mit Nord-Stream 2 lassen sich die Transitländer umgehen. Das spart Geld, aber Ländern wie der Ukraine entgehen dadurch Milliarden-Einnahmen.

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Wie man ebenfalls in der FAZ nachlesen kann (in der Printausgabe), übt die US-Regierung deshalb massiv Druck auf Berlin aus, ihre Emissärin machte ziemlich unverblümt deutlich, dass Deutschland gefälligst über den Gaspreis den ukrainischen Staatshaushalt mitfinanzieren soll. Aber auch auf das kleine Dänemark übt Washington Druck aus. Dort fühlt man sich jetzt “between a rock and a hard place”, wie ein Journalist es ausdrückte.

Doch es gibt auch noch andere Kritik an Nord Stream 2. Sie kommt von Umwelt- und Vogelschützern und Klimaaktivisten. Ausgerechnet bei Springers “Welt” werden diese Bedenken jetzt ausführlich referiert. Im Zweifel ist eben jedes Argument recht.

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