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Auf den Spuren des Stellungskrieges

Ein Schützengraben des Ersten Weltkriegs im Juni/August 2012 (Bild : ARTE France/© 360 Production)

Lange einhundert Jahre brauchte es, bis Frankreich und Deutschland ein gemeinsames Museum zum Ersten Weltkriegs einweihen konnten. Spät, aber immerhin: Es steht am Hartmannswillerkopf im Elsass, einer im Ersten Weltkrieg zwischen Deutschland und Frankreich schwer umkämpften Bergkuppe, die seither für die Sinnlosigkeit des Krieges steht und auch „Menschfresser“ oder „Berg des Todes“ genannt wird.

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30.000 Soldaten starben damals in dem Kämpfen, die heftigsten Schlachten tobten im Dezember und Januar. „Das Schlachtfeld ist ganzjährig erreichbar, von einem Besuch im Winter wird jedoch abgeraten“, heißt es übrigens heute auf der Museum-Seite. Anwesenheit auf dem Schlachtfeld war nur für damaligen Soldaten Pflicht, die heutige Touristen sind in ihrer Zeitplanung freier…

 Überreste der Schützengräben

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Auch an anderen Frontabschnitten starben vor hundert Jahren Tausende Soldaten im mörderischen Stellungskrieg. Im belgischen Flandern bewegte sich die Front über Jahre keinen Meter hin oder her. Archäologen haben die Spuren im belgischen Mesen, wo übrigens auch Adolf Hitler zeitweise als Soldat stationiert war, inzwischen ausgegraben. Das wiederum wurde auch filmisch dokumentiert (bis 19. November bei Arte, siehe unten).

Schlachtfeldarchäologie oder Konfliktarchäologie heißt das, wenn die Kampfplätze von früher wissenschaftlich ausgegraben und erforscht werden. Die Arbeit der Archäologen ist nicht ungefährlich. Das damals von den Deutschen besetzte Mesen stand unter Dauerbeschuss, schätzungsweise 30 Prozent der Munition sind nicht explodiert.

Es braucht deshalb Sprengstoffexperten, um die Sicherheit zu gewährleisten. Gefunden wurden Munitionsreste, Pferdeknochen, Granaten, Stacheldraht, sogar ein Füllfederhalter. Und natürlich Schützengräben sowie Tunnel. Dort gezündete Sprengsätze der Briten brachten in der Schlacht von Mesen den Alliierten den Sieg.

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Es hätte alles nicht sein müssen: Bei Mesen kam es Weihnachten 1914 zum Weihnachtsfrieden. Statt aufeinander zu schießen, spielten deutsche und französische Soldaten Fußball. Aber das blieb eine Episode in vier Jahren Krieg.

Erster Weltkrieg: Tod in Tunnels und Schächten

Regie: John Hayes Fischer, USA 2012
Bis 19.11.2017 bei Arte: Teil 1 und Teil 2.

Wiederholungen:
Freitag, 24. November 2017 um 09.25 Uhr
Donnerstag, 7. Dezember 2017 um 09.25 Uhr

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