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US-Waffen für den Vietcong

Trump auf dem Apec-Gipfel (Foto: Presidencia de la República MexicanaCC BY 2.0)

Ein amerikanischer Präsident im blauen Hemd in Vietnam – mit Theatralik hat Donald Trump die Nachkriegszeit in den vientamisch-amerikanischen Beziehungen eingeleitet. Mit dem jüngsten Apec-Gipfel ist die Ära des Vietnam-Krieges nunmehr endgültig vorbei. Denn wörtlich sagte Trump:

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„We would like you to buy your equipment from the United States.  We make the best equipment, we make the best military gear and planes and anything you can name.  The missiles are in a category that nobody even comes close.“

Die USA treten also offiziell als Waffenlieferant des immer noch kommunistischen Vietnam auf. Überschwänglich empfahl Trump dem ehemaligen Kriegsgegner über 40 Jahre nach dem Vietnam-Krieg amerikanische Waffen:

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„I told before, as you know, a missile was shot into Saudi Arabia recently, from Yemen.  And one of our missile systems knocked it down.  Nobody even knew what happened.  And the missile exploded in air; knocked it down like nothing.  We make the greatest missiles in the world, greatest planes in the world, greatest commercial aircraft in the world.“

Es ist übrigens nicht so, dass Trump nicht wüsste, wer in Vietnam regiert, Er war nämlich auch in der Zentrale der Kommunistischen Partei zu Besuch. Dort sagte er:

„And we want to thank Vietnam and the Vietnamese people. They have been so terrific. They greeted us with such respect and, really, such affection. The relationship is so healed. And to think where we were and where we’ve come is a tribute to both countries.“

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Die Annäherung hatte sich schon länger abgezeichnet. Der Grund dafür ist China. Vietnam sucht Verbündete gegen die neue Supermacht am Pazifik und ebenso die USA. Außerdem war Vietnam trotz des verheerenden Krieges eigentlich immer sehr Amerika-freundlich. Schon zu Zeiten des Vietnam-Krieges sahen aufmerksame Beobachter die Sache so: Der Krieg ist schrecklich, aber die US-Truppen werden irgendwann weg sein – China bleibt immer der große Nachbar,

Daher also die neue Einigkeit, Und Trump will natürlich auch Waffen verkaufen, um das Handelsbilanzdefizit zu senken. Pakt schlägt sich, Pakt verträgt sich. Auf Kuba dürften sie ziemlich neidisch sein. Auch dort herrscht eine KP, aber so viel Pragmatismus wie in Vietnam legt Trump dort nicht an den Tag. Warum besucht Trump eigentlich nicht mal die KP-Zentrale in Havanna?

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