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Nobelpreis für Atomwaffenverbot

By: ICAN

Endlich mal wieder ein würdiger Preisträger: Die International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN) bekommt in diesem Jahr den Friedensnobelpreis. Dank der Kampagne hatten 122 Staten im Juli ein historisches Verbot von Atomwaffen beschlossen.

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Das Nobelpreiskomitee hatten in den vergangenen Jahren nicht gerade eine glückliche Hand. Als 2009 US-Präsident Barack Obama ausgezeichnet wurde, war dieser selbst eher peinlich berührt. Schließlich war er eben erst ins Amt gekommen und konnte noch gar nicht viel bewegt haben. Allerdings hatte er in einer Rede in Prag die Vision einer Welt ohne Atomwaffen beschworen. Daraus wurde jedoch nichts, im Gegenteil, auch die USA modernisieren ihr Atomarsenal.

Druck auf Deutschland

ICAN dagegen hat sich erfolgreich für das historisches Verbot von Atomwaffen eingesetzt. Der Friedensnobelpreis gibt der Kampagne noch mal massiv Rückenwind. Denn das Verbot allein reicht nicht aus, nun muss Druck auf die Atomwaffenbesitzer ausgeübt werden. Und ihre Verbündeten wie Deutschland.

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Die Bundesregierung hat sich der Kampagne nicht angeschlossen, ebenso die anderen NATO-Verbündeten. „Die Bundesregierung hat die politische Bedeutung des Verbotsvertrages völlig verkannt. Sie sollte die heutige Würdigung dieses Vertrages durch das Nobelkomitee zum Anlass nehmen, dem Verbot beizutreten. Merkel muss sich nun dem Bündnis der Deeskalation anschließen“, sagte Sascha Hach, Vorstandsmitglied der deutschen Sektion von ICAN, nach Bekanntgabe des Friedensnobelpreises.

50 Staaten gesucht

Wie groß der Druck ist, zeigt der Fall Schweden. Das Land hatte die Verhandlungen über ein Atomwaffen-Verbot unterstützt. Jetzt droht die US-Regierung mit Konsequenzen, sollte Schweden das Verbot unterzeichnen. Der Vertrag tritt in Kraft, wenn ihn 50 Staaten unterzeichnet haben.

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