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Die Türkei richtet sich in Somalia ein

2015: Erdogan weiht ein neues Flughafen-Terminal in Mogadischu ein, By: AMISOM Public InformationCC BY 2.0

In Somalia herrscht seit Jahren Bürgerkrieg, trotzdem hat die Türkei jetzt dort einen festen Militärstützpunkt eingerichtet. Am 30. September war offizielle Einweihung, die Nachrichtenagentur Reuters war dabei und berichtet mit Fotos.

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Somalia ist wegen seiner Lage am Horn von Afrika strategisch wichtig. Der heutige Präsident Recep Tayyip Erdogan hat deswegen seit Jahren die Beziehungen zu Somalia systematisch ausgebaut. Mehrmals reiste er persönlich in das Land, ungeachtet der Bedrohung durch die islamistischen Al-Shabaab-Milizen. Die Türkei unterstützte die somalische Regierung auch finanziell.

Gekommen, um zu bleiben

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Auf der türkischen Basis sollen künftig somalische Soldaten ausgebildet werden. Die somalische Regierung ist hoch erfreut: Zwar hätten auch andere Länder wie die USA und Großbritannien Hilfe in Millionenhöhe geleistet, sagte Informationsminister Abdirahman Omar Osman gegenüber Reuters: Aber „der Unterschied ist, dass die Militärbasis, die die Türkei aufgebaut hat, eine Institution ist, die für die nächsten 50 oder 100 Jahre bestehen bleibt.“

Die Türkei wird damit immer mehr zur Regionalmacht im Nahen Osten. Erdogan ist ganz offensichtlich auf den Spuren des Osmanischen Reiches. Türkische Soldaten sind heute in Somalia, Katar, Nordirak, Nordsyrien, Afghanistan, Nordzypern, Aserbaidschan und vor der Küste des Libanon, wenn auch in ganz unterschiedlichen Einsätzen.

Während im benachbarten Dschibuti bereits mehrere Militärstützpunkte existieren – die USA und China sind hier präsent – wurde Somalia wegen des Bürgerkrieges gemieden. Erdogan ist hier also in eine Lücke vorgestoßen. Es gehe bei den türkischen Investitionen auch darum, neue Märkte für die türkische Rüstungsindustrie zu erschließen, sagte ein türkischer Regierungsmitarbeiter der Nachrichtenagentur Reuters übrigens auch.

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Mehr zu Erdogans neuer Außenpolitik und was die Nato-Partner davon halten hier bei Telepolis.

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