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Grenzkonflikt zwischen Indien und China entschärft

Im Himalaja. By: RuckSackKruemelCC BY 2.0

Eine gute Nachricht aus dem Himalaja: Der Grenzkonflikt um das Doklam-Plateau ist zwar nicht wirklich gelöst, aber China und Indien haben sich geeinigt, ihre Truppen zurückzuziehen. Damit ist die Kriegsgefahr erst mal gebannt.

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Das indische Außenministerium teilte dazu kurz und knapp mit:

„1. In den vergangenen Wochen haben Indien und China diplomatische Gespräche hinsichtlich des Zwischenfalls in Doklam geführt. Während dieser Gespräche konnten wir unsere Ansichten darlegen und unsere Bedenken und Interessen darlegen.

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2. Auf dieser Grundlage wurde ein schneller Abzug der Grenztruppen aus dem umstrittenen Gebiet in Doklam vereinbart, der nun läuft.“

Und in Peking erklärte Außenamtsprecherin Hua Chunying vor der Presse:

„Am 28. August, ungefähr um 14.30 Uhr, zog die indische Seite ihre Grenztruppen samt Gerät ab, die sich illegal auf chinesischem Territorium befanden. Das chinesische Personal vor Ort hat das überprüft. China wird weiter seine Hoheitsrechte wahrnehmen und seine territoriale Souveränität sichern in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des grenzrelevanten historischen Vertrages.

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Die chinesische Regierung betont, wie wichtig es ist, gute nachbarschaftliche und freundschaftliche Beziehungen zu Indien zu entwickeln. Wir hoffen, dass Indien den grenzrelevanten historischen Vertrag aufrichtig respektiert sowie die grundlegenden Prinzipien des internationalen Rechts und mit China daran arbeitet, Frieden und Stabilität in der Grenzregion zu bewahren, und die gesunde Entwicklung der bilateralen Beziehungen fördert auf Grundlage gegenseitigen Respekts gegenüber der territorialen Souveränität des anderen.“

Das wirft natürlich eine Frage auf: Zieht nur Indien seine Soldaten ab? Oder auch China? Auf der Pressekonferenz wurde Außenamtsprecherin Hua Chunying genau danach gefragt. Ihre Antwort:

„Die chinesische Seite hat klargestellt, dass das indische Grenzpersonal, das mit Gerät in chinesisches Territorium eingedrungen ist, komplett zurückgezogen wird auf die indische Seite der Grenze. Die chinesischen Grenztruppen setzen ihre Patrouillen fort und bleiben in der Dong-Lang-Gegend stationiert. China wird weiter seine Hoheitsrechte ausüben, um seine territoriale Souveränität zu schützen in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des grenzrelevanten historischen Vertrags.“

Soweit ihre Erklärung. Doch das genügte der Presse noch nicht, Nochmals wurde nachgefragt, ob es einen beiderseitigen Rückzug gebe. Doch die Antwort blieb fast wortgleich. Hua Chunying erwähnte aber auch „notwendige Anpassungen an die veränderten Gegebenheiten am Boden“. Zwei Mal wurde noch nachgefragt, was das sei. Doch da wurde sie nicht konkreter. Was bleibt unter Strich? Der Eskalation des Grenzkonflikt zweier Atommächte ist gestoppt. Gut so.

Eine ausführliche Analyse des Konflikts findet sich bei Telepolis.

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