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Trump setzt Krieg in Afghanistan fort, ändert aber die Begründung

Wie es in Afghanistan genau weiter geht, ist nach der Rede von Donald Trump in Fort Myer unklarer denn je: Zwar war vorher viel über Truppenerhöhungen spekuliert  worden. Aber dann hat der US-Präsident jede Festlegung vermieden. Denn das soll jetzt die neue taktische Linie sein: Der Feind wisse künftig nicht mehr, wann die USA zuschlagen, drohte Trump: „Aber wir werden zuschlagen.“ Markige Worte, und das zog sich durch die ganze Rede.

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Scharfe Kritik an Pakistan

Grundsätzlich geht der Krieg also weiter, daran ließ Trump keinen Zweifel. Bei einem sofortigen Abzug würde Afghanistan nur in die Zeit vor dem 11. September 2001 zurückfallen, meinte Trump. Und Afghanistan dürfe nicht so enden wie der Irak, wo nach dem US-Abzug der Islamische Staat entstanden sei. Was sich aber ändern werde, sei die Politik gegenüber Pakistan: Das Nachbarland dürfte kein sicherer Hafen für Taliban-Kämpfer aus Afghanistan mehr sein. Was das konkret heißt, auch hier blieb der Präsident die Details schuldig. Bis auf eines: Die USA werden eine Strategische Partnerschaft mit Indien eingehen, also mit Pakistans Rivalen.

Und nun? Der Krieg soll laut Trump mit aller Härte weitergeführt werden, solange, bis ein „ehrenvolles und dauerhaftes Ergebnis“ da ist. Allerdings ist die Begründung für den Krieg in Afghanistan ab jetzt eine andere: Demokratisierung und Nation-Building erteilte Trump eine deutliche Absage: „Diese Tage sind vorbei.“ Gekämpft wird ab jetzt, weil die afghanische Regierung eine verbündete Regierung ist. Und weil die Gegner Kriminelle, Terroristen und Loser sind, um nur einige seiner Worte zu zitieren.

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Kehrtwende im Amt

Donald Trump weiß natürlich, dass er früher ein sofortiges Ende des Afghanistan-Einsatzes gefordert hatte. Das setzt er jetzt nicht um: Im Amt sähen die Dinge anders, behauptete er nun. 2013 hatte er das getwittert:

 

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