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Nochmal Tempelberg

Etwas ruhiger ist es wieder geworden am Tempelberg, aber es bleibt wohl nur eine Frage von Zeit und Anlass, bis neue Unruhen kommen. Denn natürlich geht es nicht um Metalldetektoren, die auch andernorts in der arabischen Welt im Einsatz sein dürften. Sondern um die Hoheit über den Tempelberg und letztlich um das – sogenannte, angebliche – heilige Land: Wem gehören welche Gebiete und welcher Staat regiert wen?

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Palästinensische Konflikte…

Welche Auseinandersetzungen hinter den Kulissen auf Seiten der Palästinenser stattfinden, analysiert Ralf Balke in der Jungle World. Dort findet sich auch Interview mit Ex-Massad-Chef Danny Yatom. Sowas ist immer interessant, zumal sich schon frühere Mossad-Chefs kritisch zur aktuellen israelischen Politik geäußert haben.

Nicht so diesmal Yatom: Der „Hauptgrund für die jüngsten Unruhen“ seien die „Metalldetektoren und neue Kameras am Eingang zum Tempelberg“ gewesen, meint er. Deshalb sieht er auch keinen Grund, warum es das jetzt nicht gewesen sein sollte. „Alles wurde wieder abgebaut. Es kann gut sein, dass es in den nächsten Tagen wieder Ruhe einkehren wird. Ich hoffe es sehr.“

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…und ein Blick in die Vergangenheit

Wie die Klagemauer und die Moscheen auf dem Tempelberg-Plateau, dem Haram al scharif, instrumentalisiert wurden, wie die jeweiligen Heiligtümer mit dem heutigen Staat Israel beziehungsweise mit der palästinensischen Sache verschmolzen wurden, all das erzählt Christian Meier in der FAZ vom 29. Juli (Kaufausgabe).

Dabei wird natürlich immer wieder Geschichtspropaganda und Geschichtsfälschung betrieben. Israelische Fanatiker relativieren dann zum Beispiel die Rolle des Haram al scharif für die islamische Welt. Umgekehrt tut sich die islamische Welt bis heute schwer damit, die Realität des antiken und jüdischen Jerusalems anzuerkennen.

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