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G20 – die Gipfel-Nachlese

Schaut man sich an, was seit dem Gipfel der G20 an Text erschienen ist, fällt vor allem eins auf: Es geht fast ausschließlich um die innenpolitischen Folgen. Wie umgehen mit Autonomen, müssen sich Linke von Militanten distanzieren, bleibt die Rotte Flora – das sind die Fragen, die die Republik diskutiert. Insofern verwundert es nicht, dass die besten Texte auch genau darauf abheben.

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Alte Rezepte für Afrika

Eine Ausnahme vorweg: Robert Kappel und Helmut Reisen beschäftigen sich im IPG-Journal damit, was der Gipfel für Afrika gebracht hat. Ihr Fazit: Die G20 gehen nach neoliberalen Standard-Konzepten vor, für regionale Besonderheiten ist kein Platz, ebenso wenig wie für öffentliche Sektor. Ihr Ratschlag: Nie den Finanzministern Fragen der Armutsbekämpfung, Entwicklung und Industrialisierung überlassen. Davon verstehen sie nämlich von Berufs wegen nichts.

Autonome in der Kritik

Dass der Gipfel gescheitert ist, findet auch Thomas Seibert in der taz. Er schwenkt dann aber schnell zur innenpolitischen Debatte über und liefert interessante Einblicke, wie er die Krawalle erlebt hat. Dass die meisten friedlich gegen G20 demonstriert haben, falle vollkommen runter, beklagt er. Das ärgert auch Jasmin Schreiber in ihrem Blog La Vie Vagabonde. Was sie von den Autonomen hält, hatte sie schon vorher in Kurzfassung getwittert:

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Das große schwarze Unbekannte

Was man vom Schwarzen Block, von den militanten Protesten zu halten hat, da ist manchmal sogar ein Protestforscher überfordert. Manches könne er „beim besten Willen nur als relativ politikfreie Hypermaskulinität deuten“, meint Peter Ullrich im n-tv-Interview.

Und der Politikwissenschaftler Franz Walter stellt ganz treffend fest, dass wir eigentlich wenig wissen, denn: „Über Sprache und schriftliche Manifeste Resonanz zu erzeugen, ist vielen Militanten nicht sonderlich wichtig.“ Schön gesagt. Sollten die Leute wenigstens lesen, dann sei auch dieser Text empfohlen.

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