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Atomwaffen – Modernisierung statt Verbot

Russia Transports Nuclear Weapons photo

Photo by lemonking2013

Eine Atombombe explodiert vor der eigenen Haustür? Welche Folgen das hat, kann jeder selbst virtuell simulieren. Der Wissenschaftler Alex Wellerstein hat mit Hilfe von Googlemaps eine Karte erstellt, die die Auswirkungen zeigt, wenn Atomwaffen eingesetzt werden. Einfach einen Ort eingeben und die Größe der Bombe wählen. In Köln zum Beispiel würden Bomben der Größe Little Boy (Hiroshima) oder Fat Man (Nagasaki) ziemlich exakt die Innenstadt zerstören. Gruselig.

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Der Hinweis auf Wellersteins Blog kommt aus dem aktuellen Spiegel. Das Nachrichtenmagazin analysiert, wie die Atommächte ihre nuklearen Arsenale modernisieren. Der Trend geht zu kleineren Bomben – was gefährlich ist, weil dann die Hemmschwelle sinkt, die todbringenden Waffen einzusetzen.

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Ernüchtert sind auch die Rüstungsforscher von SIPRI: Für die Atommächte habe nicht die Abschaffung von Atomwaffen oberste Priorität, sondern die Modernisierung ihrer Atomarsenale, schreiben die Experten vom Stockholmer Friedensforschungsinstitut in ihrem neuen Bericht. Immerhin: Die Zahl der atomaren Sprengköpfe  ist zurückgegangen, von 15.395 in 2016 auf 14.935 in diesem Jahr.

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In New York laufen gerade Verhandlungen über ein Verbot von Atomwaffen. Über den Zwischenstand informiert zum Beispiel die Neue Zürcher Zeitung: Bis zum 7. Juli soll ein Vertragstext fertig sein. Damit wären Atomwaffen zwar nicht abgeschafft, das wissen auch die Befürworter. Aber ein Vertrag könnte die Atomwaffenbesitzer unter Druck setzen.

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Am 8. Juli werden auch vor deutschen Rathäusern Flaggen gegen die atomare Bedrohung gehisst. Die Aktion wird jedes Jahr von den Bürgermeistern für den Frieden veranstaltet, einem Bündnis, dem auch 500 deutsche Kommunen angehören. Warum am 8. Juli? An diesem Tag hat der Internationalen Gerichtshof in Den Haag 1996 ein Gutachten veröffentlicht, wonach Androhung und Einsatz von Atomwaffen generell mit den Regeln des humanitären Kriegsvölkerrechts unvereinbar sind.

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