Browse By

Macron: Neue Töne aus Paris

Dass die EU kein Supermarkt ist, hat der französische Präsident Emmanuel Macron in einem großen Interview mit mehreren europäischen Zeitungen deutlich gemacht: Das richtete sich gegen „illiberale Demokratien und autoritäre Regime“, gemeint waren osteuropäische EU-Mitglieder. Wofür er nicht zuletzt vom deutschen SPD-Kanzlerkandidaten Schulz Beifall bekam.

Werbung
Neue Syrien-Politik

Macron hat aber noch einiges mehr gesagt: Er hat sich deutlich von der Syrien-Politik seines Vorgängers abgesetzt. Ein Rücktritts Assads ist für ihn keine notwendige Vorbedingung mehr. Russland und dessen Präsidenten Putin billigte er zu, ernsthaft an der Bekämpfung des islamistischen Terrorismus in Syrien interessiert zu sein.

Und da habe man gemeinsame Interessen, stellte er fest. Es gehe ihm konkret um einen stabilen Staat in Syrien. Und allgemein um eine andere Politik. So sagte er wörtlich:

Werbung

„Mit mir endet diese Art Neokonservativismus, der in den vergangenen zehn Jahren nach Frankreich importiert wurde.“

Bye bye, Neocon

Die Neocons, man erinnere sich, waren jene amerikanischen Ideologen, die den militärischen Regime Change im Irak propagiert hatten und damit für das heutige Chaos im Nahen Osten hauptverantwortlich sind. Das Konzept, für Menschenrechte Kriege anzuzetteln, hatten sie auf die Spitze getrieben – mit den bekannten Folgen. Insofern wirken Macrons Äußerungen wie ein unvermeidlicher Lernprozess.

Sie passen aber auch gut in die alte Pariser Linie, sich immer ein Stück weit von den USA abzusetzen. Das ist nicht neu, schließlich hatte schon Macrons Amtsvorgänger Chirac seinerzeit zusammen mit dem deutschen Kanzler Schröder den Irak-Krieg abgelehnt. Bemerkenswert sind Macrons Äußerungen allerdings schon, geht er doch deutlich auf Distanz zur Politik seines Vorgängers.

Werbung

Mehr zu Frankreich:

Flattr this!