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Drohnen im Realitätscheck

Drohnen-Whistleblower Daniel (Bild: NDR/Torsten Lapp)

Befürworter des Drohnenkriegs sehen darin ein Mittel, unnötige Verluste zu vermeiden und den Krieg zu zivilisieren. Schaut man sich den Film „Amerikas Drohnenkrieger“, den die ARD heute zeigt, kommen einem massive Zweifel. Sicher, es braucht keine Feldschlachten mit zehntausenden Soldaten mehr, um den Gegner zu attackieren.

Aber nur in der Theorie trifft der Drohnenkrieg wirklich nur Wenige und vor allem immer die Richtigen. Wie Drohnen wirklich eingesetzt werden, zeigt der Film der Dokumentarfilmerin Sonia Kennebeck, der 2016 unter dem Titel National Bird erschien und jetzt erstmals im deutschen Fernsehen gezeigt wird.

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Sonia Kennebeck erzählt von drei Protagonisten Lisa, Daniel und Heather. Alle waren am Drohnenkrieg beteiligt. Alles erzählen sie nicht, aus Furcht, als Whistleblower hinter Gittern zu landen. Aber was sie berichten, zeigt doch deutlich: Diejenigen, die tausende Kilometer entfernt am Computer sitzen und per Joystick töten, haben eher wenig bis keine Ahnung, wer ihre Ziele sind.

Krieg bleibt Krieg

Vielleicht ist das Problem mit dem Drohnenkrieg folgendes: Es mag ja sein, dass er weniger Opfer fordert als die Feldschlacht oder der Atomkrieg. Genauso gut könnte man auch argumentieren, dass ein moderner Bankraub oft viel unblutiger ist als der Raubüberfall einer plündernden und brandschatzenden Kriegerhorde in früheren Zeiten, die gleich den ganz Ort niederbrannte, die Männer töte und die Frauen raubte.

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Trotzdem bleibt ein Überfall Gewalt gegen andere Menschen und Raub fremden Eigentums und ist weiterhin verboten. Und der Drohnenkrieg bleibt eben Krieg, daran ändern auch Versicherungen nichts, wie sie Barack Obama als Präsident immer wieder abgegeben hat, wonach jedes Ziel genau geprüft wird. Wahrscheinlich hat Daniel Recht, wenn er im Film lakonisch kommentiert: Sowas muss ein Präsident eben sagen.

Amerikas Drohnenkrieger: Heute in der ARD, 22.45 Uhr oder hier online.

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