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Pekings neue Geographie

Für die chinesische Regierung liegt China jetzt offiziell in der Nähe des Nordpols: Peking will beim Rennen um die Arktis mitmischen. Und deshalb definiert ein neues White Paper China als „Arktis-nahes“ Land.

Es geht um Rohstoffvorkommen und Wasserwege. Weil das Eis schmilzt, werden die Nordwest- und die Nordostpassage zumindest im Sommer schiffbar und das verkürzt die Handelswege. China will deshalb eine „Polare Seidenstraße“ aufbauen, als Ergänzung zu den bisher geplanten Verbindungen durch den Indischen Ozean und den Suez-Kanal hindurch nach Europa und natürlich durch Zentralasien, auf den Spuren der historischen Seidenstraße.

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Erstaunte Wissenschaftler

Überraschend kommt Pekings neue Arktis-Politik nicht. Experten des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI hatten bereits 2012 auf einer Konferenz in Peking erstaunt festgestellt, dass ihre dortigen Kollegen China in der Nähe der Arktis sehen. SIPRI machte daraus sogar eine Presseerklärung – was nach internationalen Konferenzen auch nicht gerade üblich ist. SIPRI damals:

„Chinese Arctic specialists now refer to China as a ‘near-Arctic state’ and at the workshop the term ‘stakeholder’ was also used.“

Zur Wortbedeutung von stakeholder, nicht zu verwechseln mit shareholder, siehe Wikipedia.

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Klare Arktis-Politik

Nengye Liu, Jurist an der University of New England in Australien, befand 2016, China habe bereits eine klare Arktis-Politik, die nur noch nicht aufgeschrieben worden sei.

Das hat Peking jetzt also nachgeholt. Für Nengye Liu ist das allerdings eher der Versuch, beim Wettlauf um die Arktis nicht zurückzufallen. Denn natürlich sind die Anrainer in der Pole Position und nutzen diese auch. Im Arktis-Rat läuft die Zusammenarbeit übrigens ziemlich gut, wie John Woitkowitz bei n-tv ausführlich dargelegt hat.

Die ganze Geschichte hier bei Telepolis.

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